PD. Dr. Thomas Bürkle

Tel. 09131 / 85-26790

Fax. 09131 / 85-26754

E-Mail thomas.buerkle(at)imi.med.uni-erlangen.de

Abschlüsse

  • 1988 Approbation als Arzt
  • 1989 Promotion zum Dr. med.
  • 1992 Staatl. gepr. Informatikassistent
  • 1994 Zus.-Bez. Medizinische Informatik
  • 2001 Habilitation für das Fach Medizinische Informatik

Forschungsschwerpunkte

Medizinische Datenrepräsentation, Datenmodellierung, Data Dictionaries

Moderne Krankenhausinformationssysteme entstehen auf der Basis der übergreifenden Integration verschiedener funktions- oder abteilungsspezifischer Subsysteme. Dieser Forschungsschwerpunkt umfasst hierbei die Entwicklung moderner Integrationskonzepte und Kommunikationsansätze. Die semantische Modellierung von Daten, die Untersuchung unterschiedlicher Datenrepräsentationsformen und die Abbildung des verwendeten medizinischen Vokabulars, beispielsweise in medizinischen Data Dictionaries bilden die Basis der Integration. Dabei wird das Data Dictionary massiv zur Abbildung von deskriptivem medizinischen Wissen eingesetzt, beispielsweise über die Abbildung semantischer Begriffsnetze. Eigenständige Konzeption und Entwurf von Dictionary Architekturen und deren Einbindung in klinische Informationssysteme bilden einen Teil der eigenen Aktivitäten.

Viele klinische Informationssysteme beschränken sich bedauerlicherweise auf das Abspeichern und Bereitstellen von patientenbezogenen Informationen. Dieser Forschungsbereich erstreckt sich hingegen auch auf die Bereitstellung medizinischen Fachwissens und die Bewertung von Patientendaten auf der Basis dieses Fachwissens. Neben Entscheidungsunterstützung und Monitoring kommt auch der kontextgerechten Information des Klinikers eine hohe Bedeutung zu, wie in eigenen Arbeiten zu sehen ist.

Die genannten Aktivitäten wurden in verschiedenen Projekten (z.B. BMFT MEDWIS WAIN, EG Projekt HANSA) gefördert

Evaluation und Beurteilung klinischer  Informationssysteme

In Zeiten knapper Ressourcen ist eine Kosten-Nutzen Bewertung auch für den Einsatz moderner Datenverarbeitungstechniken in der Medizin unabdingbar. In eigener Forschungstätigkeit konnten hier Evaluationsverfahren zur Messung des Effektes klinischer Informationssysteme etabliert werden und sowohl Systeme als Ganzes als auch Teilfunktionen, beispielsweise das Monitoring der Arzneiverordnung gezielt und erfolgreich evaluiert werden. In umfangreichen Beiträgen ist dieses Thema wissenschaftlich ausgewertet worden.

Die Aktivitäten wurden zum Teil von der EG gefördert (Projekt Florence)

Nebengebiete

  1. Informationsverarbeitung in der Pflege

    In diesem in Deutschland bis vor kurzem noch recht schwach erforschten Bereich wurde frühe Pionierarbeit geleistet und dies ist nicht nur durch Publikationen, sondern auch durch umfangreiche Schulungs- und Lehraktivitäten dokumentiert.

  1. Arzneimittelverordnungs- und Arzneimittelinformationssysteme

    Als Teilbereich der im ersten Hauptgebiet beschriebenen Integrationsaktivitäten liegt ein Schwerpunkt im Bereich der Arzneimittelverordnung und Arzneimittelinformation sowie unter anderem in der Anwendung von elektronischen Arzneimittelhauslisten. Hier sind auch maßgebliche Funktionen zur Verordnungsüberwachung erforscht und evaluiert worden.

  1. Verarbeitung und Bewertung mikrobiologischer Labordaten

    Aufgrund ihrer Komplexität werden bisher nur in wenigen Krankenhausinformationssystemen mikrobiologische Befunddaten verarbeitet oder bewertet. Auch in diesem Bereich wurden einige der ersten Forschungsergebnisse in Deutschland publiziert und Methoden zur automatisierten Bewertung klinischer Daten im Hinblick auf Infektionen entwickelt.

  1.  Gerichtete Befundung

    Bei der Anwendung moderner diagnostischer und therapeutischer Verfahren wird eine hohe Verfahrensqualität und die Anwendung geeigneter Qualitätssicherungsmaßnahmen gefordert. Eine Methode zur Erzielung einer optimalen Befundqualität ist die gerichtete leitlinienbasierte Befundung. In einer Entwicklungspartnerschaft ist maßgeblich an der Entwicklung eines heute kommerziell einsetzbaren Systems zur gerichteten Befundung in der Endoskopie gearbeitet worden.

Publikationen

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Mitgliedschaften

Mitglied in Wissenschaftlichen Fachgesellschaften

  • Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS)
  • Berufsverband Medizinischer Informatiker e.V. (BVMI)
  • American Medical Informatics Association (AMIA)

Weitere Aktivitäten

  • Stellvertretender Vorsitzender European Federation for Medical Informatics (EFMI) WG 5 nursing informatics
  • Deutscher Vertreter in der International Medical Informatics Association (IMIA) SIG nursing informatics
  • Aktives Mitglied der GMDS-AG Informationsverarbeitung in der Pflege
  • Aktives Mitglied der GMDS-AG Klinische Arbeitsplatzssysteme
  • Stellvertretender Leiter der GMDS-PG Arzneimittelinformationssysteme
  • 1996-1998 Sekretär des FA Medizinische Informatik der GMDS
  • 1998-2000 Mitglied der Infektionskontrollkommission/Hygienekommission des Klinikums der JLU Gießen